Fenster und Türen
Fenster und Türen sind nicht nur Funktionsbauteile. Sie sind auch Gestaltungs- und Schmuckelemente. Damit dies so bleibt, ist eine besondere Pflege und Wartung nötig.
Unabhängig davon, ob Sie sich für Kunststoff- oder Holzfenster entschieden haben, ist bei der Pflege und Wartung der Glasscheiben und Beschläge gleichermaßen vorzugehen.
Glasscheiben
Hochwertige Isolierglasscheiben sorgen für einen guten Wärmeschutz. Dafür sind zwischen den Scheiben Gase hermetisch eingeschlossen, die die Wärme schlechter leiten. Auch ist mindestens eine Scheibe beschichtet. Auf Grund der unterschiedlichen Luftdrücke und Temperaturen können sich die Glasscheiben leicht durchbiegen. Dies kann zu Verzerrungen führen, die physikalisch unvermeidbar sind. Des Weiteren kann es durch die optimale Plan-Parallelität der Glasscheiben zu sogenannten Interferenz-Erscheinungen kommen. Dies kann sich durch regenbogenartige Flecken, Bänder und Ringe bemerkbar machen, die in Abhängigkeit von den Druckverhältnissen ihre Lage verändern. Diese Erscheinung ist ein Zeichen für hochwertige Glasqualität.
Für die Dauerhaftigkeit eines Glases ist weniger die Beanspruchung in der Fläche als die Einwirkungen auf den sogenannten Glasrandverbund entscheidend. Diesen schützen Sie am besten durch die Einhaltung der Lüftungstipps unter Punkt 5 und eine jährliche Inspektion der äußeren Versiegelung (Abdichtung zwischen Glas und Fensterprofil).
Glasscheiben können mit üblichen Glasreinigern geputzt werden. Waschen Sie die Scheiben von außen immer zuerst mit einem neutralen Reinigungsmittel und viel Wasser ab, um Staub und anhaftenden Schmutz zu lösen!
Hinweis:
In den Morgenstunden kann es auch zu Tauwasserbildung auf der Außenseite der Glasscheibe kommen. Dies tritt dann auf, wenn bei abgesenkten Raumtemperaturen und kalten Nächten sich außen hohe Luftfeuchten bilden, die auf der gut gedämmten Scheibe zu Tauwasserbildung führen. Dies ist ein Zeichen für die gute Qualität Ihrer Verglasung. Meist trocknen die Scheiben bei Erwärmung der Außenluft oder durch Sonneneinstrahlung schnell ab.
Sprossen
Bei im Glaszwischenraum liegenden Sprossen kann es aus den oben genannten Gründen bei Vibrationen zu einem Klappern kommen. Dies ist unvermeidlich, da die Sprossen nicht starr mit den Gläsern verbunden werden dürfen.
Beschläge
Ihre Fenster und Türen sind mit einem Markenbeschlag ausgerüstet. Damit dieser die hohen Beanspruchungen dauerhaft aufnehmen kann, muss ein regelmäßiger Schmierdienst wie bei einem Auto durchgeführt werden. Mindestens einmal jährlich müssen alle beweglichen Teile geölt bzw. gefettet werden. Zugängliche Schließzapfen und Pilzköpfe am besten Fetten, Gestänge ölen. Überprüfen Sie auch, ob Schrauben von Beschlägen oder Griffen lose sind. Drehen Sie diese, falls notwendig, fest. Machen Sie sich mit der Funktionsweise der Beschläge vertraut. Schließen Sie niemals mit Gewalt ein Fenster!
Hinweis:
Verwenden Sie zum Fetten nur säure- und harzfreies Fett bzw. Öl aus dem Fachhandel!
Achtung!
Schließen Sie Türen möglichst auch tagsüber ab. Nur im abgeschlossenen Zustand ist die vorhandene Funktion gegen Einbruch aktiviert. Auch ist nur so ein gleichmäßiges Anliegen der Dichtungsprofile gewährleistet und die damit einhergehende geforderte Luftdichtigkeit vorhanden.
Fensterrahmen
Kunststoff
Verwenden Sie für die Reinigung ein neutrales Reinigungsmittel und Wasser oder, falls notwendig, spezielle Kunststoffreiniger. Vermeiden Sie jedes mechanische Kratzen und Schaben. Reinigen Sie mindesten einmal jährlich den Fensterfalz und auch besonders die Dichtprofile.
Holz
Holzfenster unterliegen den gleichen Beanspruchungen wie die im Kapitel 6.1 beschrieben Holzfassaden. Besonderes Augenmerk gilt dem unteren Querholz des Flügels und des Rahmens. Diese sind zum Teil durch eine sogenannte Regenschutzschiene abgedeckt. Die unteren Querhölzer sind besonders durch Hagelschlag gefährdet. Hier können im Besonderen bei Lasuren Überholungsanstriche in diesem Bereich schon nach einem Jahr notwendig werden.
Verwenden Sie für die Reinigung ein neutrales Reinigungsmittel und Wasser. Vermeiden Sie jedes mechanische Kratzen und Schaben. Reinigen Sie mindesten einmal jährlich den Fensterfalz und besonders die Dichtprofile. Für Holzfenster gibt es eine sogenannte Pflegemilch/Pflegeemulsion, die, wie ein Wachs für den Autolack, Feuchtigkeit abperlen lässt und Schmutzanhaftung verringert. Diese Produkte erhalten Sie im Fachhandel.
Für Beschichtungen gelten die Hinweise aus dem Kapitel Holzfassade sinngemäß.
Wichtig:
Bei Lasuren muss jedes Jahr eine Inspektion der Beschichtung erfolgen. Auch kann es bei lasierten Holzbauteilen vorkommen, dass ein Überholungsanstrich insbesondere im unteren Flügel- und Rahmenholz schon nach einem Jahr notwendig wird. Führen Sie rechtzeitig einen bauseitigen Überholungs- und Schönheitsanstrich aus.
Rollläden
Sie für die Reinigung ein neutrales Reinigungsmittel und Wasser oder, falls notwendig, spezielle Kunststoffreiniger. Vermeiden Sie jedes mechanische Kratzen und Schaben. Reinigen Sie mindesten einmal jährlich die Rollladenführungsschiene. Lehnen Sie sich beim Reinigen von innen und außen nicht gegen den Rollladen und stellen Sie keine Leiter dagegen. Kontrollieren Sie den Gurt bei Gurtantrieb einmal jährlich auf Beschädigungen.
Kurbelgetriebe und Gestänge müssen hohe mechanische Lasten aufnehmen. Nehmen Sie die Kurbel immer von der Halterung ab und drehen Sie die Kurbel bitte gleichmäßig ohne ruckhafte Belastungen.
Hakende Rollläden niemals mit Gewalt lösen – immer mit leicht ruckelnden Bewegungen versuchen, die mechanische Sperre zu lösen. Lässt der Rollladen sich nicht lösen, prüfen Sie zuerst, ob eine temperaturabhängige Extremsituation vorliegt. Frost oder starke Erhitzung können den Normalbetrieb kurzzeitig stören. Lässt sich der Rollladen nicht lösen, informieren Sie unseren Kundendienst. Dieser wird das Problem gerne beseitigen!