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Einblasdämmung - Effiziente Dämmung für Dach und Wand

Die Einblasdämmung zählt zu den wirtschaftlichsten Methoden der energetischen Sanierung und eignet sich besonders für Bestandsgebäude und den Altbau. Bereits ab 25 € bis 60 € pro Quadratmeter lassen sich Dächer und Wände effizient dämmen – schnell, minimalinvasiv und ohne sichtbare Veränderungen an der Fassade. Durch die kurze Amortisationszeit von 3 bis 7 Jahren überzeugt das Verfahren sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie funktioniert die Einblasdämmung und wo ist sie anwendbar?

  1. Welche Vor- und Nachteile bietet das Einblasverfahren?

  1. Welche Dämmstoffe eignen sich für die Einblasdämmung?

  1. Was kostet eine professionelle Einblasdämmung?

  1. Welche Förderungen gibt es für die Einblasdämmung?

  1. Worauf sollten Sie bei der Wahl eines Fachbetriebs achten?

1. Wie funktioniert die Einblasdämmung und wo ist sie anwendbar?

Bei der Hohlraumdämmung wird loses Dämmmaterial mithilfe einer Einblasmaschine über Einblasschlauch und Einblasdüse unter kontrolliertem Luftdruck in vorhandene Hohlräume eingebracht. Vorab erfolgt eine Prüfung mittels Endoskopie bzw. Videoendoskopie, um Hindernisse wie Mörtelbrücken, Drahtanker oder beschädigte Luftschichtanker auszuschließen.

Typische Einsatzbereiche des Einblasverfahrens sind:

  • Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk mit Klinkerfassade, bestehend aus Tragschale, Luftschicht und Verblendschale
  • Dachschrägen, Kehlbalkenlage, Drempel und Spitzboden (auch per Dämmsackverfahren)
  • Oberste Geschossdecke, Kellerdeckendämmung, Installationsschacht, Kriechboden
  • Holzrahmenbau

Technische Voraussetzung ist eine Mindesthohlraumbreite von ca. 3,5 cm. Die nötigen Bohrlöcher werden rasterförmig (Bohrraster) in den Fugen gesetzt und später nahezu unsichtbar verschlossen.

2. Welche Vor- und Nachteile bietet das Einblasverfahren?

Vorteile:

  • Hohe Energiekostenersparnis und effektiver Wärmeschutz
  • Sehr schnelle Umsetzung, oft innerhalb eines Tages
  • Fugenlose Dämmung ohne neue Wärmebrücken
  • Deutliche Verbesserung von Wohnkomfort und Raumklima
  • Positiver Einfluss auf Schallschutz und Brandschutz
  • Erhalt der bestehenden Bausubstanz

Nachteile:

  • Hohlraum zwingend erforderlich
  • Abhängigkeit von fachgerechter Ausführung
  • Falsche Materialwahl kann Feuchteprobleme begünstigen

Ein häufiger Mythos ist die Schimmelbildung. Tatsächlich sorgt eine korrekt ausgeführte Dämmung für höhere Wandoberflächentemperaturen, eine Taupunktverschiebung nach außen und wirkt aktiv der Schimmelprävention entgegen.

3. Welche Dämmstoffe eignen sich für die Einblasdämmung?

Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Einblasdämmstoffe zum Einsatz:

Mineralisch:

  • Mineralwolle, Steinwolle, Glaswolle, Perlite
  • Nicht brennbar (Baustoffklasse A1), hydrophobiert
  • Ideal für Kerndämmung

Synthetisch:

  • EPS-Granulat, Styroporkügelchen
  • Wasserabweisend, setzungssicher, gute Rieselfähigkeit

Organisch / Naturdämmstoffe:

  • Zellulose, Holzfasern, Hanffasern, Kork, Jutefasern
  • Diffusionsoffen, hohe Wärmespeicherfähigkeit
  • Optimal für Dachbereiche

Für sehr schmale Hohlräume existieren Speziallösungen wie Aerogel oder Silikatleichtschaum. Entscheidend sind Wärmeleitfähigkeit (WLS/WLG), Einblasrohdichte und Setzungssicherheit.

4. Was kostet eine professionelle Einblasdämmung?

Die Kosten pro m2 liegen bei 25 € bis 60 €, abhängig von Material, Hohlraumgröße und Zugänglichkeit. Im Vergleich zum Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist die Einblasdämmung deutlich günstiger. Dank niedriger Investitionskosten und hoher Einsparung amortisiert sich die Maßnahme meist nach 3 bis 7 Jahren und senkt nachhaltig CO₂-Emissionen sowie den Primärenergiebedarf.

5. Welche Förderungen gibt es für die Einblasdämmung?

Gefördert wird die Maßnahme über die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude):

  • BAFA-Förderung als Zuschuss
  • KfW-Förderkredit mit Tilgungszuschuss
  • Steuerbonus (§ 35c EStG) als Alternative

Ein Energieberater und ein iSFP (Individueller Sanierungsfahrplan) ermöglichen zusätzlich 5 % Förderung. Voraussetzung ist die Einhaltung der U-Werte gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG).

6. Worauf sollten Sie bei der Wahl eines Fachbetriebs achten?

Ein erfahrener Fachbetrieb arbeitet mit professioneller Maschinentechnik, kontrolliertem Luftdruck und exakter Verdichtung. Wichtig sind:

  • Vorabprüfung per Endoskopie
  • Einhaltung von DIN 4108 und DIN EN 14064
  • Nachweis der korrekten Einblasrohdichte
  • Transparente Gewährleistung und dokumentierte Ausführung

Weitere Informationen zu verwandten Themen finden Sie unter Innendämmung Wand, Fertighaus dämmen, Niedrigenergiehaus oder Heizlastberechnung.

Die Einblasdämmung ist eine äußerst effektive Möglichkeit, bestehende Gebäude energetisch zu optimieren, ohne große Eingriffe in die Bausubstanz vorzunehmen. Gerade bei Altbauten mit vorhandenen Hohlräumen bietet sie eine wirtschaftliche und minimalinvasive Alternative zu aufwendigen Fassadensanierungen. Durch die Kombination aus niedrigen Kosten, schneller Umsetzung und spürbarer Energieeffizienz lassen sich Heizkosten langfristig senken und der Wohnkomfort deutlich verbessern.

Entscheidend für den Erfolg der Maßnahme ist die richtige Materialwahl, abgestimmt auf Bauteil und Feuchtebelastung, sowie die fachgerechte Ausführung durch einen qualifizierten Betrieb. Werden die bauphysikalischen Anforderungen eingehalten, trägt die Einblasdämmung nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern schützt auch zuverlässig vor Feuchteschäden und Schimmelbildung. Damit stellt sie eine nachhaltige Investition in den Werterhalt und die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes dar.

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