Baustelle

Einfluss der Traufhöhe auf Planung und Gestaltung eines Gebäudes

Die Traufhöhe eines Gebäudes spielt eine zentrale Rolle in der Planung und Gestaltung und beeinflusst sowohl das Erscheinungsbild als auch die Baugenehmigung. Sie beschreibt den vertikalen Abstand zwischen einem unteren Bezugspunkt wie Bodenniveau oder Geländeoberfläche und dem Traufpunkt, also dem Schnittpunkt der Fassade mit der Dachhaut. Dieser Wert ist nicht nur eine wichtige Planungsgröße, sondern auch entscheidend für die Einhaltung von Vorschriften im Bebauungsplan und die städtebauliche Ordnung. In diesem Leitfaden erfahren Sie alles über die Definition, Messung, Berechnung, rechtliche Bedeutung und Auswirkungen der Traufhöhe auf unterschiedliche Dachformen und die Baugenehmigung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Traufhöhe?

  1. Wie unterscheidet sich die Traufhöhe von Firsthöhe und Wandhöhe?

  1. Wie wird die Traufhöhe gemessen und berechnet?

  1. Wo ist die zulässige Traufhöhe im Bebauungsplan festgelegt?

  1. Welchen Einfluss hat die Traufhöhe auf die Baugenehmigung?

  1. Welche Rolle spielt die Traufhöhe bei verschiedenen Dachformen?

  1. Was passiert bei einer Überschreitung der vorgeschriebenen Traufhöhe?

1. Was ist die Traufhöhe?

Die Traufhöhe bezeichnet den vertikalen Abstand zwischen einem unteren Bezugspunkt, wie dem Bodenniveau oder der Geländeoberfläche, und dem Traufpunkt, also dem Schnittpunkt der Außenwand mit der Dachhaut. Sie ist eine zentrale Planungsgröße im Bauwesen und steuert die bauliche Einfügung eines Gebäudes in sein Umfeld. Anders als die Höhe der Regenrinne zeigt die Traufhöhe die exakte Schnittlinie der Fassade und dient Architekten und Bauherren als Orientierungshilfe. Durch die Einhaltung der Traufhöhe werden Außenkanten, Gebäudeachsen und das Ortsbild harmonisch gestaltet, was für die städtebauliche Ordnung essenziell ist.

Die Traufhöhe ist eine wichtige Kenngröße in der Gebäudeplanung und erfüllt mehrere Funktionen:

  • definiert die maximale Höhe der Außenwand bis zum Traufpunkt 
  • beeinflusst maßgeblich das Erscheinungsbild und die Proportionen eines Gebäudes 
  • ist ein zentrales Kriterium im Bebauungsplan und in der Landesbauordnung 
  • wirkt sich auf Abstandsflächen und die Erteilung der Baugenehmigung aus 
  • variiert je nach Dachform und konstruktivem Aufbau

2. Wie unterscheidet sich die Traufhöhe von Firsthöhe und Wandhöhe?

Die Firsthöhe beschreibt den Abstand vom unteren Bezugspunkt bis zur höchsten Kante des Daches (Dachfirst), während die Wandhöhe die Höhe der aufgehenden Wand, beispielsweise bis zur Oberkante des Kniestocks, angibt. Die Traufhöhe hingegen endet am Traufpunkt und bildet somit einen eigenen Messwert. Der Kniestock (Drempel) beeinflusst die Traufhöhe direkt, da ein höherer Kniestock die Traufhöhe anhebt. Während die Wandhöhe ein Teil der Traufhöhe sein kann, markieren Traufhöhe und Firsthöhe verschiedene Referenzpunkte für die Planung, sodass eine präzise Unterscheidung für die Genehmigung und Gestaltung erforderlich ist.

3. Wie wird die Traufhöhe gemessen und berechnet?

Die Messung erfolgt vertikal vom unteren Bezugspunkt bis zum Traufpunkt. Als Bezugspunkte dienen das natürliche Gelände, die fertige Geländeoberfläche oder die Oberkante der öffentlichen Straße. Für die Berechnung sind oft Firsthöhe und Dachneigung relevant, da diese drei Werte voneinander abhängen. Die exakte Messmethode ist in der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) oder im Bebauungsplan definiert. So wird sichergestellt, dass die Traufhöhe korrekt ermittelt wird und sowohl die Planung als auch die spätere Baugenehmigung rechtskonform umgesetzt werden können.

4. Wo ist die zulässige Traufhöhe im Bebauungsplan festgelegt?

Die maximal zulässige Traufhöhe wird im Bebauungsplan eines Grundstücks genau definiert. Sie kann in manchen Fällen auch Mindestwerte festlegen, um eine einheitliche Gestaltung zu gewährleisten. Die rechtliche Grundlage bilden das Baugesetzbuch (BauGB) und die Baunutzungsverordnung (BauNVO). Ergänzend können Planzeichenverordnungen (PlanZV) und kommunales Bauplanungsrecht die zulässigen Höhen festlegen. Diese Vorgaben sichern die Höhenbegrenzung und tragen zur städtebaulichen Ordnung bei.

5. Welchen Einfluss hat die Traufhöhe auf die Baugenehmigung?

Die Einhaltung der Traufhöhe ist eine entscheidende Voraussetzung für die Erteilung der Baugenehmigung. Im Bauantrag muss die Traufhöhe korrekt angegeben werden, da sie auch die Berechnung der Abstandsflächen beeinflusst. Eine falsche Angabe kann zur Ablehnung des Bauantrags führen oder den Bauprozess verzögern. Die Traufhöhe ist somit nicht nur eine Gestaltungsgröße, sondern auch ein Gebäuderecht-relevanter Parameter, der die Genehmigung durch die zuständigen Bauämter beeinflusst.

6. Welche Rolle spielt die Traufhöhe bei verschiedenen Dachformen?

Die Traufhöhe variiert je nach Dachform und prägt das Erscheinungsbild des Gebäudes. Bei einem Satteldach entspricht die Traufhöhe meist der Oberkante der Wand, während bei einem Pultdach die Traufe oft tiefer liegt. Walmdächer oder Stadtvillen mit besonderen Dachformen zeigen höhere Traufen. Dachaufbauten wie Gauben begründen keine eigene Traufhöhe, und Elemente wie der Traufkasten können die optische Wahrnehmung verändern, ohne die rechtlich relevante Höhe zu beeinflussen. Diese Unterschiede sind entscheidend, um die Gestaltung im Einklang mit Bebauungsplan und Hausprojekten zu planen.

7. Was passiert bei einer Überschreitung der vorgeschriebenen Traufhöhe?

Eine Überschreitung der Traufhöhe kann ernste Konsequenzen haben. Vor der Bauausführung führt dies in der Regel zur Ablehnung des Bauantrags. Bei bereits errichteten Gebäuden kann eine signifikante Überschreitung Rückbau oder Abriss erfordern. In einigen Fällen kann eine Befreiung gemäß § 31 Abs. 2 BauGB beantragt werden, wenn städtebauliche Gründe dies rechtfertigen. Verwaltungsgerichte entscheiden im Streitfall über die Zulässigkeit, sodass die genaue Einhaltung der Traufhöhe sowohl aus rechtlicher als auch aus planerischer Sicht essenziell ist.


Die Traufhöhe ist eine zentrale Planungsgröße, die sowohl das Erscheinungsbild eines Gebäudes als auch die Baugenehmigung maßgeblich beeinflusst. Ihre korrekte Messung, Berechnung und Einhaltung der Vorschriften im Bebauungsplan ist entscheidend für die Umsetzung eines rechtssicheren und harmonischen Hausprojekts. Bauherren und Architekten sollten stets den Traufpunkt und den unteren Bezugspunkt berücksichtigen, um Fehler zu vermeiden und eine reibungslose Genehmigung zu gewährleisten.

Mehr lesen