Bautechnologie

Magerbeton - Wofür er verwendet wird und wieman ihn mischt?

Magerbeton ist ein kostengünstiger Baustoff mit geringem Zementanteil, der vor allem für Füll- und Ausgleichsarbeiten genutzt wird. Anders als Normalbeton eignet sich Magerbeton nicht für tragende Konstruktionen, sondern dient als Sauberkeitsschicht unter Fundamenten, zum Setzen von Randsteinen, Zaunpfosten oder zur Hinterfüllung von Pools. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über Eigenschaften, Mischverhältnis, Anmischung, Einbau und Aushärtung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Magerbeton und welche besonderen Eigenschaften besitzt er?
  2. Wofür wird Magerbeton im Garten- und Landschaftsbau verwendet?
  3. Welches Mischverhältnis von Zement und Kies ist ideal?
  4. Wie lässt sich Magerbeton richtig anmischen?
  5. Worauf ist beim Einbau und der Verdichtung zu achten?
  6. Wie lange muss Magerbeton aushärten?

1. Was ist Magerbeton und welche besonderen Eigenschaften besitzt er?

Magerbeton ist eine Betonart mit geringem Zementanteil, typischerweise im Verhältnis 1:8 zu Kies oder Sand, und gehört zur Festigkeitsklasse C8/10 (früher B10 oder B5). Er zeichnet sich durch seine erdfeuchte Konsistenz aus, lässt sich leicht stampfen und hat eine geringe Druckfestigkeit. Aufgrund des niedrigen Bindemittelanteils wird er als „mager“ bezeichnet und ist deutlich kostengünstiger als normaler Beton. Magerbeton ist drainfähig, also wasserdurchlässig, und eignet sich daher ideal als Füllmaterial in Garten- und Landschaftsbauprojekten. Im Unterschied zu Normalbeton darf er nicht für statische Belastungen wie Bodenplatte von Wohnhäusern eingesetzt werden.

2. Wofür wird Magerbeton im Garten- und Landschaftsbau verwendet?

Im Garten- und Landschaftsbau dient Magerbeton vor allem folgenden Zwecken:

  • Setzen von Randsteinen, Palisaden und Zaunpfosten
  • Hinterfüllung von Pools zum Schutz der Stahlwände vor Erddruck, häufig kombiniert mit Styrodurplatten
  • Sauberkeitsschicht unter Fundamenten zur Schaffung einer ebenen Arbeitsfläche
  • Ausgleichsschichten für Pflasterbetten oder Gehwegplatten
  • Hangsicherung und Böschungsstabilisierung bei kleinen Abhängen

Magerbeton wird also primär als Unterbau, Füllmaterial oder zur Fixierung genutzt, nicht als tragender Beton. Weitere Anwendungen sind die Rohrbettung oder die Nutzung als Frostschutzschicht unter Pflasterflächen.

3. Welches Mischverhältnis von Zement und Kies ist ideal?

Das Standard-Mischverhältnis beträgt 1 Teil Zement auf 8 Teile Kies oder Sand mit einer Körnung von 0–8 mm bzw. 0–16 mm. Für etwas höhere Festigkeitsansprüche, etwa bei Randsteinen oder Palisaden, kann ein Verhältnis von 1:5 oder 1:7 gewählt werden. Die Wassermenge ist gering zu halten, damit die erdfeuchte Konsistenz erreicht wird (Wasserzementwert beachten). Dieses Verhältnis sorgt dafür, dass der Beton handformbar ist, sich gut stampfen lässt und nicht zu nass oder zu trocken wird.

4. Wie lässt sich Magerbeton richtig anmischen?

Das Anmischen von Magerbeton erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Trockene Komponenten (Kies und Zement) gut vermengen
  2. Wasser langsam zugeben, bis die Masse erdfeucht ist
  3. Bei kleinen Mengen: in Kübel oder Schubkarre mischen
  4. Bei großen Mengen: Betonmischer oder Freifallmischer verwenden
  5. Konsistenz prüfen: Der Beton muss sich zu einem Schneeball formen lassen, ohne zu zerfallen

Magerbeton kann als Trockenbeton (Sackware) oder als Transportbeton bezogen werden. Wichtig ist, dass der Beton gleichmäßig durchmischt wird, z. B. mit Schaufel oder Maurerkelle, bevor er eingebaut wird.

5. Worauf ist beim Einbau und der Verdichtung zu achten?

Beim Einbau von Magerbeton gilt:

  • Schichtweise einbringen und verdichten
  • Aufgrund der erdfeuchten Konsistenz eher einstampfen statt rütteln (Handstampfer oder Kantholz)
  • Randdämmstreifen nutzen, um starre Verbindungen zur Wand zu vermeiden
  • Hohlräume sorgfältig ausfüllen, Fugen glatt abziehen
  • Schutzkleidung tragen, da Zement alkalisch ist (Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz)
  • Vermeiden von zu schnellem Austrocknen durch Abdecken oder leichtes Befeuchten

6. Wie lange muss Magerbeton aushärten?

 

Magerbeton bindet zwar schnell ab, erreicht seine Endfestigkeit aber erst nach etwa 28 Tagen. Schon nach 1–2 Tagen ist er begehbar, volle Belastbarkeit wird nach der kompletten Hydratation erreicht. Für eine gute Nachbehandlung sollte der Beton abgedeckt oder leicht befeuchtet werden, um Rissbildung durch zu schnellen Wasserentzug zu vermeiden. Schutz vor Regen und Frost während der Aushärtung ist ebenfalls wichtig.

Magerbeton ist ein vielseitiger, kostengünstiger Baustoff, der vor allem für Füll- und Ausgleichsarbeiten genutzt wird. Durch seine erdfeuchte Konsistenz, die geringe Druckfestigkeit (C8/10) und die hohe Wasserdurchlässigkeit eignet er sich optimal für Anwendungen wie das Setzen von Randsteinen, die Hinterfüllung von Pools oder als Sauberkeitsschicht unter Fundamenten. Entscheidend ist, das richtige Mischverhältnis von Zement und Kies einzuhalten, den Beton sorgfältig anzumischen und beim Einbau auf eine gründliche Verdichtung zu achten.

Für eine langlebige Nutzung sollten Heimwerker die Aushärtung beachten, die Nachbehandlung sicherstellen und auf die Witterung achten. Wer diese Punkte berücksichtigt, kann mit Magerbeton stabile, funktionale und wirtschaftliche Lösungen im Garten- und Landschaftsbau umsetzen.

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