Baustelle

Rigipswand bauen - Leicht, schnell und flexibel

Eine Rigipswand ist eine nicht tragende Trockenbauwand, die aus einem Ständerwerk und beplankten Gipsplatten besteht. Der Begriff „Rigips“ wird umgangssprachlich häufig als Synonym für Gipskartonplatten verwendet, obwohl es sich ursprünglich um einen Markennamen handelt. Dank ihres geringen Gewichts, der flexiblen Konstruktion und der schnellen Montage ist die Rigipswand eine der beliebtesten Lösungen im modernen Innenausbau.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Rigipswand und welche Gipsplatten-Arten gibt es?

  1. Welches Material und Werkzeug wird für den Trockenbau benötigt?

  1. Wie wird eine Rigipswand Schritt für Schritt aufgebaut?

  1. Wie werden Gipskartonwände richtig verspachtelt und geschliffen?

  1. Was ist bei Schallschutz, Brandschutz und Lastenbefestigung zu beachten?

  1. Mit welchen Kosten pro Quadratmeter ist bei einer Rigipswand zu rechnen?

1. Was ist eine Rigipswand und welche Gipsplatten-Arten gibt es?

Eine Rigipswand besteht aus einer Unterkonstruktion (meist Metallprofile) und einer oder mehreren Lagen Gipskartonplatten. Sie ist nicht tragend und eignet sich ideal zur Raumaufteilung.

Gängige Plattenarten sind:

  • Standard-Gipskartonplatten für trockene Innenräume
  • Feuchtraumplatten (GKFI, grün) mit Kernimprägnierung für Bäder
  • Brandschutzplatten (GKF) mit Glasfaserarmierung
  • Gipsfaserplatten als stabilere Alternative mit höherer Belastbarkeit

Je nach Nutzung kommen auch Spezialplatten wie Strahlenschutzplatten oder Sanierboards zum Einsatz.

2. Welches Material und Werkzeug wird für den Trockenbau benötigt?

Für das Ständerwerk werden meist UW-Profile (Boden/Decke) und CW-Profile (Ständer) verwendet. Bei Türen oder hohen Lasten kommen UA-Profile zum Einsatz. Zur Schallentkopplung wird ein Dichtungsband untergelegt, als Dämmung dient häufig Mineralwolle (Stein- oder Glaswolle).

Wichtige Werkzeuge sind:

  • Blechschere, Trockenbauschrauber, Cutter
  • Wasserwaage oder Kreuzlinienlaser
  • Glättkelle und Spachtel

Gerade im Ausbauhaus ist der Trockenbau wegen seiner DIY-Tauglichkeit besonders beliebt

3. Wie wird eine Rigipswand Schritt für Schritt aufgebaut?

Der Aufbau folgt einer klaren Abfolge:

  1. Verlauf der Wand markieren
  2. UW-Profile mit Dichtungsband befestigen
  3. CW-Profile im Achsabstand einstellen
  4. Erste Beplankung verschrauben
  5. Elektro- und Sanitärinstallation sowie Dämmung einbringen
  6. Zweite Beplankung mit Fugenversatz montieren

Die Doppelbeplankung erhöht Stabilität und Schallschutz deutlich. Kreuzfugen sollten vermieden werden, um Rissbildung vorzubeugen. Bei der Planung von Installationen hilft z. B. der Ratgeber Wie viele Steckdosen pro Raum? .

4. Wie werden Gipskartonwände richtig verspachtelt und geschliffen?

Nach der Montage werden Schraubenköpfe und Fugen mit Spachtelmasse geschlossen. Ein Fugenband oder Bewehrungsstreifen verhindert spätere Risse. Je nach gewünschter Oberfläche unterscheidet man die Qualitätsstufen Q1 bis Q4.

Nach dem Schleifen ist eine Grundierung (Tiefengrund) Pflicht, bevor gestrichen oder tapeziert wird. Für hochwertige Oberflächen ist Q3 oder Q4 erforderlich, etwa bei glatten Wandbeschichtungen.

5. Was ist bei Schallschutz, Brandschutz und Lastenbefestigung zu beachten?

Der Schallschutz wird durch Dämmung im Hohlraum und zweilagige Beplankung verbessert. Ergänzend kann eine Trittschalldämmung im Bodenaufbau sinnvoll sein. Beim Brandschutz kommen GKF-Platten zum Einsatz.

Für schwere Lasten sind Hohlraumdübel, Kippdübel oder eingeplante Traversen notwendig. Spezielle Platten wie Rigips Habito ermöglichen hohe Lasten sogar ohne Dübel.

6. Mit welchen Kosten pro Quadratmeter ist bei einer Rigipswand zu rechnen?

Die Kosten pro Quadratmeter hängen ab von:

  • Profiltyp und Wandstärke
  • einlagiger oder zweilagiger Beplankung
  • Dämmstoff und Plattenqualität

Hinzu kommen Materialkosten für Schrauben, Spachtelmasse und Grundierung. Im Vergleich zu massiven Wänden ist die Trockenbauwand meist günstiger und schneller umzusetzen, insbesondere bei guter Effektive Hausbau-Planung.

Eine Rigipswand ist eine äußerst effiziente Lösung für den modernen Innenausbau. Sie ermöglicht flexible Grundrisse, einfache Integration von Technik und gute bauphysikalische Eigenschaften bei vergleichsweise geringem Aufwand. Durch die richtige Materialwahl, saubere Montage und angepasste Beplankung lässt sich die Wand exakt auf Anforderungen wie Schallschutz, Brandschutz oder Belastbarkeit abstimmen.

Darüber hinaus eröffnet der Trockenbau zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten: Wände können nachträglich entfernt, verschoben oder erweitert werden, was besonders in Ausbauhaus - Projekten ideal ist. Auch die Kombination mit Innendämmung Wand oder Fußbodenheizungssystemen ist problemlos möglich, sodass ein ganzheitliches energetisches Konzept realisiert werden kann.

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