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Ausbauhaus - Der Schlüssel zur kostengünstigen Eigenheimverwirklichung

Ein Ausbauhaus bietet Bauherren die Möglichkeit, ihr Eigenheim kostengünstig zu realisieren, indem sie Teile des Innenausbaus selbst übernehmen. Dieser Ansatz vereint die Vorteile eines schlüsselfertigen Hauses mit der individuellen Gestaltungsfreiheit und der Möglichkeit, durch Eigenleistung Geld zu sparen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um Kosten, Arbeiten, Zielgruppe, Vorteile und Risiken eines Ausbauhauses.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Ausbauhaus?
  2. Was unterscheidet ein Ausbauhaus von einem Bausatzhaus oder schlüsselfertigen Haus?
  3. Was kostet ein Ausbauhaus inklusive Innenausbau?
  4. Wie viel Geld spart man durch Eigenleistung beim Hausbau?
  5. Welche Arbeiten können Bauherren selbst übernehmen?
  6. Für wen eignet sich ein Ausbauhaus?
  7. Was sind die Vorteile eines Ausbauhauses?
  8. Was sind die Nachteile und Risiken eines Ausbauhauses?
  9. Worauf sollte man beim Bauvertrag und der Leistungsbeschreibung achten?
  10. Welche Baunebenkosten fallen zusätzlich an?

1. Was ist ein Ausbauhaus?

Ein Ausbauhaus ist eine Zwischenlösung zwischen einem schlüsselfertigen Haus und einem kompletten Selbstbau. Der Hersteller errichtet den Rohbau, also die Gebäudehülle, die wärmegedämmt und regendicht ist. Nach Fertigstellung der „trockenen Hülle“ übernimmt der Bauherr den Innenausbau selbst oder teilweise in Eigenleistung.

Der genaue Leistungsumfang variiert und wird immer in der Bau- und Leistungsbeschreibung vertraglich festgelegt. Typische Bestandteile der Gebäudehülle sind Fenster und Türen, die Grundstruktur des Hauses sowie die Dämmung. Häuser dieser Art werden oft auch als Mitbauhaus bezeichnet, da der Bauherr aktiv am Bau beteiligt ist. Weitere inspirierende Hausprojekte zeigen, wie Ausbauhäuser individuell umgesetzt werden.

2. Was unterscheidet ein Ausbauhaus von einem Bausatzhaus oder schlüsselfertigen Haus?

Die Ausbaustufen lassen sich folgendermaßen einteilen:

Ein Bausatzhaus erfordert, dass der Bauherr teilweise den Rohbau selbst errichtet. Das Ausbauhaus bietet den Vorteil, dass der Rohbau fertiggestellt wird, während der Innenausbau flexibel gestaltet werden kann. Das schlüsselfertige Haus ist die komfortabelste Lösung, bei der nahezu alle Arbeiten vom Bauunternehmen übernommen werden.

3. Was kostet ein Ausbauhaus inklusive Innenausbau?

Die Kosten für den Rohbau eines Ausbauhauses liegen laut Informationsgraph zwischen 1.600 und 2.200 €/m² (ohne Fundament und Baunebenkosten). Der Innenausbau kostet zusätzlich zwischen 400 und 1.000 €/m², abhängig von Ausstattung und Materialien.

Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus (140 m²)

Hinzu kommen Baunebenkosten und Grundstückskosten. Diese Kalkulation zeigt deutlich, wie die Eigenleistung den finanziellen Spielraum des Bauherrn vergrößert. Eine Effektive Hausbau-Planung hilft, Kosten realistisch einzuschätzen und den Ablauf optimal zu strukturieren.

4. Wie viel Geld spart man durch Eigenleistung beim Hausbau?

Die Kostenersparnis entsteht vor allem durch entfallende Lohnkosten für Handwerker. Je nach Aufwand liegt die Ersparnis zwischen 5.000 und 30.000€. Pro eingesparter Handwerkerstunde können 40-60 € gerechnet werden.

Die sogenannte Muskelhypothek wird von Banken als fiktives Eigenkapital (bis zu 15 %) anerkannt, was zu besseren Finanzierungskonditionen führen kann.

Weitere Einblicke in die Hausbau kosten zeigen, wie Eigenleistung die Gesamtkosten senken kann.

5. Welche Arbeiten können Bauherren selbst übernehmen?

Einfache Eigenleistungen:

  • Malerarbeiten und Tapezieren
  • Trockenbau
  • Bodenbeläge (Laminat, Parkett)
  • Einbau von Innentüren

Komplexe Gewerke (nur Fachfirmen):

  • Elektroinstallation
  • Sanitärinstallation
  • Heizungsanlage

Viele Hersteller bieten Ausbaupakete oder DIY-Coaching an, um Bauherren beim Innenausbau zu unterstützen. Für detaillierte Anleitungen zur Umsetzung der Eigenleistungen empfehlen wir unseren Ratgeber Hausbau Schritt für Schritt.

6. Für wen eignet sich ein Ausbauhaus?

Ein Ausbauhaus ist ideal für Bauherren und Baufamilien mit handwerklichem Geschick und ausreichend Zeitaufwand. Bauherren mit engem Budget können durch Eigenleistung erheblich Kosten sparen.

Die Herausforderung: Zeitintensive Arbeiten müssen oft neben Beruf und Familie erledigt werden, wodurch die Belastung hoch ist. Für anspruchsvolle Tätigkeiten kann zudem eine fundierte handwerkliche Ausbildung nötig sein.

Nutzen Sie unsere Hausbau Checkliste, um zu prüfen, ob ein Ausbauhaus für Sie infrage kommt.

7. Was sind die Vorteile eines Ausbauhauses?

  1. Kostengünstige Eigenheimverwirklichung: Einsparung von ca. 15-20 % im Vergleich zu einem schlüsselfertigen Haus
  2. Gestaltungsfreiheit: Raumaufteilung, Materialien, Farben nach eigenem Geschmac
  3. Persönlicher Stolz: aktive Beteiligung am eigenen Haus schafft Bindung und Zufriedenheit

8. Was sind die Nachteile und Risiken eines Ausbauhauses?

  1.  Zeitaufwand: Bauzeit 9-18 Monate, Doppelbelastung durch Kreditrate und eventuelle Miete
  2. Haftungsrisiko: Mängel bei Eigenleistung liegen in der Verantwortung des Bauherrn
  3. Bauqualität: fehlendes Fachwissen kann teure Nachbesserungen erfordern
  4. Psychische und körperliche Belastung für die ganze Familie

9. Worauf sollte man beim Bauvertrag und der Leistungsbeschreibung achten?

Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist entscheidend, da der Begriff „Ausbauhaus“ rechtlich nicht definiert ist. Prüfen Sie den Vertrag durch unabhängige Experten (Bauherrenschutzbund, Anwalt für Baurecht).

Wichtige Punkte:

  • Gelieferte Materialien
  • Exakt enthaltene Arbeiten (inkl. Fenster, Außentüren, Dachdämmung)
  • Feste Termine für Fertigstellung des Rohbaus
  • Klare Definitionen für Bauabnahme und Ansprechpartner wie Bauleiter

10. Welche Baunebenkosten fallen zusätzlich an?

Zusätzliche Baunebenkosten betragen in der Regel 15-20 % der Baukosten. Dazu zählen:

  • Grunderwerbsteuer
  • Notar- und Grundbuchkosten
  • Erschließungskosten
  • Baugenehmigung und Bodengutachten
  • Architektenhonorar
  • Versicherungen (z. B. Bauhelferversicherung)

Diese Kosten kommen zu den reinen Haus- und Innenausbaukosten hinzu und sollten in der Kalkulation berücksichtigt werden.

Ein Ausbauhaus ist eine attraktive Lösung für Bauherren, die Kosten sparen und gestalterische Freiheit genießen möchten. Wer handwerkliches Geschick mitbringt, genügend Zeit einplant und die Risiken sorgfältig abwägt, kann mit einem Ausbauhaus sein Eigenheim effizient und individuell verwirklichen.

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