Ein Kniestock ist der senkrechte Teil der Außenwand eines Dachgeschosses, der oberhalb der obersten Geschossdecke liegt und als Auflagepunkt für die Dachsparren dient. Er befindet sich typischerweise an der Traufseite des Hauses und stellt eine direkte Fortsetzung der tragenden Gebäudeaußenwand dar. Umgangssprachlich wird er oft auch als „Restwand“ bezeichnet.
Im Unterschied zum Drempel – auch Trempel genannt – ist der Kniestock ein tragendes Bauteil. Während der Drempel häufig eine leichtere, nicht tragende Abseitenwand ist, die lediglich den Wohnraum vom darunterliegenden Stauraum oder der Dachschräge abgrenzt, übernimmt der Kniestock statisch relevante Aufgaben. Er trägt die Lasten der Dachkonstruktion und leitet diese kontrolliert in die darunterliegenden Geschosse ab.
Der Kniestock hat nicht nur eine statische Funktion, sondern beeinflusst auch die Raumnutzung erheblich. Mit zunehmender Höhe des Kniestocks wächst die nutzbare Wohnfläche im Dachgeschoss, da Möbel wie Betten, Schränke oder Schreibtische näher an die Außenwand gestellt werden können. Gleichzeitig erhöht sich die Kopffreiheit in den schrägen Bereichen des Dachgeschosses, wodurch die Räume deutlich großzügiger wirken.
Kniestöcke können in verschiedenen Materialien ausgeführt werden – klassisch aus Mauerwerk, als Holzkonstruktion oder aus Stahl-/Beton. In modernen Pfettendächern wird oft ein Stahlbeton-Ringanker in der obersten Reihe des Kniestocks eingebaut, um die Statik zu sichern und Zugkräfte aufzunehmen. Somit ist der Kniestock sowohl ein statisch essentielles als auch ein gestalterisches Element, das maßgeblich die Wohnqualität und die architektonische Wirkung des Dachgeschosses beeinflusst.