Baustelle

Wie viele Steckdosen pro Raum?

Die richtige Planung der Anzahl der Steckdosen pro Raum ist entscheidend für Komfort, Sicherheit und Flexibilität in Haus oder Wohnung. Wer schon einmal vor einem Zimmer stand, in dem alle Steckdosen belegt waren, weiß, wie wichtig eine durchdachte Elektroplanung ist. In diesem Artikel erfahren Sie praxisnahe Empfehlungen für alle Räume, Normen nach DIN 18015 und RAL-RG 678, Hinweise zu Stromkreisen, Großgeräten und Sonderanschlüssen sowie Tipps, wie Sie die Elektroinstallation zukunftssicher gestalten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Richtlinien bestimmen die Anzahl der Steckdosen?

  1. Wie viele Steckdosen werden für Küche, Wohnzimmer und Bad empfohlen?

  1. Wie viele Steckdosen dürfen an einen Stromkreis angeschlossen werden?

  1. Welche Geräte benötigen einen separaten Stromkreis?

  1. Wie viele Stromkreise braucht eine Wohnung oder ein Haus?

  1. Wo und in welcher Höhe sollten Steckdosen montiert werden?

  1. Was gilt für Steckdosen im Badezimmer und in Feuchträumen?

  1. Welche Risiken entstehen durch zu wenige Steckdosen?

  1. Wie plant man die Elektroinstallation zukunftssicher?

  1. Welche Sonderanschlüsse sollten bei der Planung berücksichtigt werden?

1. Welche Richtlinien bestimmen die Anzahl der Steckdosen?

Es existieren keine starren Gesetze zur Anzahl der Steckdosen, sondern anerkannte Regeln der Technik. DIN 18015 legt die Mindestausstattung fest, während die Richtlinie RAL-RG 678 eine komfortablere Ausstattung empfiehlt.

  • Mindestausstattung: Grundversorgung für die wichtigsten Geräte
  • Standardausstattung: Zusätzliche Steckdosen für Lampen, Fernseher oder Kleingeräte
  • Komfortausstattung: Vermeidung von Mehrfachsteckdosen, höhere Flexibilität

Durch die Berücksichtigung dieser Richtwerte vermeiden Sie spätere Engpässe, Überlastungen und Kabelsalat. Für eine detaillierte Übersicht über die gesamte Effektive Hausbau-Planung lohnt sich ein Blick auf unsere Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

2. Wie viele Steckdosen werden für Küche, Wohnzimmer und Bad empfohlen?

Die empfohlene Anzahl hängt von Raumgröße, Nutzung und Gerätebedarf ab. Eine Übersichtstabelle zeigt praxisnahe Empfehlungen für Mindest-, Standard- und Komfortausstattung:

Praktische Tipps:

  • Küche: 3 Steckdosen pro m² Arbeitsfläche, separate Anschlüsse für Herd, Geschirrspüler und Kühlgeräte.
  • Wohnzimmer: 3-5 Steckdosen im TV-Bereich, zusätzlich für Lampen, Router oder HiFi-Anlagen.
  • Schlafzimmer: mindestens 2 Steckdosen pro Bettseite, ideal für Nachttischlampen, Handy-Ladegeräte und Wecker.

Bauherren, die Inspiration für die Raumaufteilung und Elektroplanung suchen, finden zahlreiche Hausprojekte auf unserer Webseite.

3. Wie viele Steckdosen dürfen an einen Stromkreis angeschlossen werden?

Die maximale Belastung eines Stromkreises ist entscheidend, nicht die Anzahl der Steckdosen:

  • Standardstromkreis: 16A → max. 3.600 Watt
  • Faustregel: 8-12 Steckdosen in Wohnräumen, bei vielen leistungsstarken Geräten maximal 4-6

Beispielrechnung Wohnzimmer (20 m²):

  • 1 Stromkreis = 3.600 W
  • Durchschnittliche Steckdose: 250 W
  • Max. Anzahl theoretisch: 3.600 / 250 ≈ 14 Steckdosen

Wichtig: Die Gesamtlast aller angeschlossenen Geräte darf nie überschritten werden, um Überlastung oder Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

4. Welche Geräte benötigen einen separaten Stromkreis?

Geräte mit hoher Leistung (>2.000 Watt) benötigen immer einen separaten Stromkreis:

  • Elektroherd / Backofen
  • Waschmaschine
  • Trockner
  • Geschirrspüler

Diese Geräte belasten die Hausinstallation stark, daher sind Starkstromanschlüsse erforderlich. Eine korrekte Planung schützt vor Überlastungen und erhöht die Lebensdauer der Elektrogeräte.

5. Wie viele Stromkreise braucht eine Wohnung oder ein Haus?

Empfehlungen laut DIN 18015-2:

  • Pro Raum: 1 Stromkreis für Steckdosen, 1 Stromkreis für Beleuchtung
  • Wohnfläche ≤50 m²: mind. 3 Stromkreise
  • Wohnfläche >125 m²: mind. 7 Stromkreise
  • Zusätzlich: separate Stromkreise für Großgeräte

Die Gesamtzahl der Stromkreise ergibt sich aus der Summe der Raumkreise plus Sonderkreise. Eine frühzeitige Planung verhindert Engpässe und vereinfacht spätere Renovierungen oder Erweiterungen.

6. Wo und in welcher Höhe sollten Steckdosen montiert werden?

 

  • Standardhöhe: ca. 30 cm über dem Boden
  • Küche (über Arbeitsfläche): ca. 115 cm
  • Barrierefreiheit: ca. 85 cm (DIN 18040)

Beachten Sie die Installationszonen nach DIN 18015-3, um Sicherheit, Komfort und Ästhetik zu gewährleisten.

7. Was gilt für Steckdosen im Badezimmer und in Feuchträumen?

 

  • Mindestabstand zu Wanne/Dusche: 60 cm
  • Alle Stromkreise mit FI-Schalter absichern
  • Steckdosen mit Klappdeckel, Schutzart IP44 verwenden
  • Nur geprüfte Feuchtraumgeräte anschließen

Diese Maßnahmen verhindern Unfälle durch Stromschlag und sorgen für langfristige Sicherheit.

8. Welche Risiken entstehen durch zu wenige Steckdosen?

 

  • Übermäßige Nutzung von MehrfachsteckdosenÜberlastung und Brandgefahr
  • Kabelsalat und Stolperfallen
  • Einschränkung der Möbelplatzierung und Flexibilität

Durch ausreichende Planung lassen sich diese Probleme vermeiden und der Wohnkomfort steigern.

9. Wie plant man die Elektroinstallation zukunftssicher?

 

  • 20 % mehr Steckdosen einplanen als geschätzt
  • Leerrohre für Netzwerk, Smart Home oder zukünftige Elektrogeräte einziehen
  • USB-Steckdosen in Schlaf- und Arbeitszimmer integrieren

Tipps zur langfristigen Planung der Steckdosen und Stromkreise finden Sie in Effektive Hausbau-Planung.

10. Welche Sonderanschlüsse sollten bei der Planung berücksichtigt werden?

 

  • Starkstromanschluss (Dreiphasenwechselstrom) für Wallbox
  • Anschlüsse für Wärmepumpe, Klimaanlagen, PV-Anlagen
  • Kommunikationsanschlüsse (LAN, Datenleitungen)
  • Zentrale Kommunikationsverteiler für stabile Netzwerkverbindungen

Ideen für moderne Elektroinstallationen und Sonderanschlüsse lassen sich ebenfalls in unseren Hausprojekte entdecken.

Eine durchdachte Planung der Steckdosen pro Raum erhöht nicht nur Komfort, Flexibilität und Sicherheit, sondern wirkt sich auch direkt auf die Nutzbarkeit und Ästhetik Ihres Zuhauses aus. Wer von Anfang an ausreichend Steckdosen einplant, spart später Zeit, Geld und Ärger durch zusätzliche Bohrungen, Kabelkanäle oder Überlastungen. Dabei sollten sowohl DIN 18015 als auch die RAL-RG 678 Richtlinien berücksichtigt werden, um Mindestausstattung, Standard- und Komfortniveau zu definieren.

Besonders wichtig ist die Berücksichtigung von Stromkreisen für Großgeräte, Leerrohren für spätere Smart-Home-Anwendungen, USB-Steckdosen sowie mögliche Sonderanschlüsse wie Wallboxen, PV-Anlagen oder Wärmepumpen. So stellen Sie sicher, dass Ihr Zuhause auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird, ohne dass teure Nachrüstungen notwendig sind.

Darüber hinaus sorgt die richtige Anzahl an Steckdosen dafür, dass Möbel flexibel aufgestellt werden können, Kabelsalat vermieden wird und die Sicherheit der Elektroinstallation nicht durch den Einsatz von Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungskabeln gefährdet wird. Bauherren, die diese Aspekte bereits bei der Elektroplanung berücksichtigen, profitieren langfristig von einem höheren Wohnkomfort, geringeren Risiken und einer höheren Lebensqualität.

Abschließend lässt sich sagen: Wer frühzeitig plant, die Richtlinien kennt und praktische Tipps umsetzt, schafft ein zukunftssicheres, komfortables und sicheres Zuhause, das allen Anforderungen der modernen Nutzung gerecht wird - vom Kinderzimmer über das Wohnzimmer bis zum Badezimmer. Damit ist eine fundierte Elektroplanung ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche, stressfreie Haus- oder Wohnungsplanung.

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